Was ist der Queen Bee Effect?

Der Queen Bee Effect beschreibt das Verhalten von Frauen in stark männlich geprägten Arbeitsumfeldern, die sich von anderen Frauen abgrenzen, um ihre eigene Position zu sichern.

🔹 Typische Branchen: IT, Ingenieurwesen, Finanzsektor – überall dort, wo Männer dominieren, tritt der Effekt besonders häufig auf.
🔹 Merkmale: Frauen in Führungspositionen befördern andere Frauen seltener, sind kritischer gegenüber Kolleginnen und neigen dazu, sich an männliche Strukturen anzupassen.
🔹 Ziel: Akzeptanz in einem männerdominierten Umfeld – oft aus der Angst heraus, selbst an den Rand gedrängt zu werden.

Wie äußert sich der Queen Bee Effect?

Der Queen Bee Effect ist kein bewusstes Sabotageverhalten, sondern eine Überlebensstrategie in einer Kultur, die Frauen systematisch benachteiligt.

📌 Diskriminierung anderer Frauen
Frauen in Führungspositionen setzen oft höhere Maßstäbe an Kolleginnen als an männliche Kollegen.

📌 Distanzierung vom „Weiblichen“
Viele Queen Bees versuchen, sich als „anders“ darzustellen, indem sie z. B. sagen: „Ich habe mich nie mit feministischen Dingen beschäftigt“ oder „Ich komme mit Männern einfach besser klar.“

📌 „Pick-Me“-Verhalten in der Arbeitswelt
Frauen, die sich bewusst von feministischen Kämpfen distanzieren, um in einer männerdominierten Struktur nicht als „zu weiblich“ zu gelten.

Das Ergebnis? Weniger Frauen steigen in Führungspositionen auf, weil ihnen nicht nur Männer, sondern auch andere Frauen im Weg stehen.

Warum passiert das? Die strukturellen Ursachen des Queen Bee Effects

Der Queen Bee Effect entsteht nicht, weil Frauen „natürlich“ gegeneinander arbeiten, sondern weil die Strukturen sie dazu zwingen.

💡 Männlich dominierte Unternehmenskultur
Frauen müssen sich oft doppelt beweisen und übernehmen deshalb internalisierte Vorurteile gegen andere Frauen.

💡 Mangel an Vorbildern
Wenn es kaum Frauen in Führungspositionen gibt, wird deren Verhalten als Blaupause übernommen – selbst wenn es für andere Frauen hinderlich ist.

💡 „Es kann nur eine geben“ – Knappe Aufstiegschancen
Oft gibt es in Unternehmen nur wenige Positionen für Frauen. Das führt dazu, dass Frauen nicht miteinander kooperieren, sondern in Konkurrenz treten.

Folgen für Frauen und Unternehmen

👎 Weniger Frauen in Führungspositionen – Wer keine Unterstützung erfährt, hat es schwerer aufzusteigen.

👎 Höhere psychische Belastung – Frauen erleben doppelte Diskriminierung: durch Männer und durch Queen Bees.

👎 Schlechtere Unternehmenskultur – Weniger Diversität bedeutet weniger Innovation und schlechtere Zusammenarbeit.

Wie lässt sich der Queen Bee Effect bekämpfen?

Strukturen statt Individuen verändern
Statt Frauen vorzuhalten, dass sie sich gegeneinander verhalten, müssen Unternehmen ihre Unternehmenskultur überdenken.

Netzwerke & Mentoring für Frauen stärken
Starke Frauennetzwerke helfen, sich gegenseitig zu unterstützen, statt in Konkurrenz zu treten.

Mehr Frauen in Führungspositionen
Je mehr Frauen aufsteigen, desto weniger muss sich jede einzelne gegen andere Frauen behaupten.

Männer in die Verantwortung nehmen
Der Queen Bee Effect ist ein Produkt männlich dominierter Strukturen – es ist also nicht nur die Aufgabe von Frauen, das Problem zu lösen.

Frauen sind nicht das Problem – das System ist es

Der Queen Bee Effect wird oft als „Frauen sind ihre eigenen Feindinnen“-Narrativ verkauft. Doch das ist falsch. Frauen konkurrieren nicht aus Boshaftigkeit miteinander, sondern weil sie sich in männerdominierten Strukturen behaupten müssen.

Wer Gleichberechtigung in der Arbeitswelt will, muss deshalb die Strukturen ändern, nicht nur das Verhalten der Einzelnen. Mehr Frauen in Führungspositionen, stärkere Netzwerke und eine Unternehmenskultur, die Zusammenarbeit statt Konkurrenz fördert – das sind die Schlüssel für eine gerechtere Arbeitswelt. 🚀